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IHK: keine Vorur­teile pflegen, sondern Leis­tun­gen nutzen!

Ein Mann und eine Frau schütteln sich die Hände vor einem Aufsteller der TFU mit einem Bild von einem Drachen.

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Viele Startups und Grün­de­rIn­nen haben eine feste Vorstel­lung im Hinter­kopf: die IHK erhebt „Zwangs­gel­der“ und tut nichts dafür.

Meiner Erfahrung nach ist das weit gefehlt. Noch besser: Sie kriegen sehr viel ganz umsonst. Wenn das kein attrak­ti­ver Deal für uns sparsame Schwä­bin­nen und Schwaben ist!

Am Anfang Ihrer Selb­stän­dig­keit zahlen Sie erst mal gar nichts. Manche Kurse kosten etwas, klar. Aber viele Vorträge, Veran­stal­tun­gen, Infor­ma­tio­nen und persön­li­che Auskünfte sind gratis.

Nach 3 Jahren Ihrer Selb­stän­dig­keit wird dann ein Beitrag erhoben. Die Berech­nung beruht auf Ihrem Gewinn (Das wird gerne verwech­selt. Ihr Gewinn, nicht Ihr Umsatz!)

Bei gar keinem Gewinn liegt der „Mindest­bei­trag“ in Ulm bei EUR 120 im Jahr.

Bei einem Gewinn von EUR 100.000 zahlen Sie im Jahr EUR 330. Das sind 0,3%. Und wenn Sie größere Räder gedreht und 1 Mio Gewinn geschafft haben, zahlen Sie EUR 4.250, also 0,4%.

Die Beitrags­frage wirbelt zwar viel Staub auf, ist aber meiner Meinung nach eher neben­säch­lich, s. obige Beispiele. Wenn Sie die IHK und ihre Möglich­kei­ten aktiv nutzen, sowieso. Wieviel Sie für Ihr Geld bekommen, bestimmen Sie nämlich selbst.

In welchen Fragen lohnt es sich also für Sie, die IHK einzu­bin­den?

Nehmen wir an, Sie fangen ganz neu an, sich mit Ihrer Selb­stän­dig­keit zu beschäf­ti­gen. Egal, ob Sie sich eher als projekt­ori­en­tier­tes Startup oder als Unter­neh­mens­grün­dung sehen, ist es sehr hilfreich, einen gewissen Überblick über die Anfor­de­run­gen zu erhalten.

Den bekommen Sie sehr effizient durch den Besuch einer Nach­mit­tags­ver­an­stal­tung „Exis­tenz­grün­dung“, die einmal im Monat statt­fin­det. Sie kostet EUR 35 und gibt Ihnen wirklich umfassend alles mit, was Sie schon mal gehört haben sollten. Eine einstün­dige persön­li­che Beratung durch das Starter-Zentrum ist in diesem Preis auch enthalten.

Nach dieser Veran­stal­tung wissen Sie, wo Sie bei Ihrer Gründung aufpassen und ggf. Hilfe suchen sollten.

Eigent­lich können Sie die IHKn aber immer anspre­chen. Z.B., wenn Sie nicht so recht wissen, ob ihr Rechts­an­walt Sie richtig berät oder ob Ihr inter­na­tio­na­ler Kunde nach den Regeln spielt. Rufen Sie einfach die passenden Stellen an und fragen Sie nach. Sie werden sehen, da sitzen Leute, die sich ernsthaft um Ihr Anliegen kümmern.

Oder brauchen Sie Infos wegen eines Tech­no­lo­gie­trans­fers? Ist ein Kontakt zu einem bestimm­ten Unter­neh­men oder einer Behörde notwendig? Finan­zie­rungs­fra­gen? Nachfolge? Förder­mit­tel? Fragen Sie nach!

Natürlich können Sie sich bei allen Fragen auch an uns, die TFU, wenden. Aber auch für uns ist die IHK ein wichtiger Bestand­teil unseres Netzwerks. Wir haben unsere Ansprech­part­ner bei der IHK und können so rasch und unkom­pli­ziert einiges besser lösen, als wenn wir erst selbst recher­chie­ren müssten.

Später im Unter­neh­mens­le­ben kommt dann das für mich extrem wichtige Thema Ausbil­dung dazu.

Ich bin ja viel inter­na­tio­nal unterwegs und kenne keine Orga­ni­sa­tion, die so gut – vor allem für die mittel­stän­di­sche — Wirt­schaft funk­tio­niert, wie die IHK in Deutsch­land. Wie sonst könnten Ausbil­dungs­gänge orga­ni­siert werden, die sowohl für Daimler als auch für die Maier GmbH mit 5 Ange­stell­ten (die über­wie­gende Mehrzahl, nämlich 90% aller Unter­neh­men in Deutsch­land hat weniger als 10 Ange­stellte) funk­tio­nie­ren?

Vergessen Sie nicht: die IHK ist zunächst einmal die Selbst­ver­wal­tung der Wirt­schaft. Sie hat vom Staat einige Aufgaben über­tra­gen bekommen, die sie für den Staat, aber gemeinsam mit der Wirt­schaft durch­führt, wie z.B. die Abwick­lung von Export­ge­schäf­ten (Sie würden sich wundern, was da teilweise alles notwendig ist ..), vor allem aber soll die IHK die Belange der Wirt­schaft vertreten. Und zwar durch Betei­li­gung der Wirt­schaft. Gerade aufgrund der vielen kleinen Unter­neh­men in Deutsch­land, hat sich dieses System sehr bewährt. Sie können mitmachen und sich einbrin­gen.

Ganz klar ist Kritik, wie immer, auch berech­tigt. Die IHKn müssen sich den Zeiten anpassen. Viele tun das auch. Aber bevor Sie Vorur­teile hegen: schauen Sie, was Sie bekommen und nutzen Sie das Angebot. Wir kennen die Kolle­gin­nen und Kollegen und helfen Ihnen gerne weiter, um die richtigen zu finden.

Veröffentlicht am 21. November 2016 von Ulrike Hudelmaier

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