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HKK Bionics – 1. Platz beim CyberOne Award


1. Platz beim CyberOne Hightech Award!

Gestern Abend haben wir voller Stolz den Preis für den 1. Platz beim CyberOne Hightech Award in der Kategorie Life Sciene & Healthcare entgegen genommen. Nachdem wir tagsüber auf dem Hightech Summit BW an unserem Stand unsere exomotion hand one präsentieren konnten, folgte am Abend das Highlight unseres Tages mit der Preisverleihung.

Vielen Dank an die Jury, dem Baden-Württemberg: Connected e.V. – bwcon und allen Sponsoren des CyberOne.

Gratulation auch an alle anderen Gewinner und die 2. und 3. Sieger.

Mit diesem zusätzlichen Motivationsschub geht es nun in den „Endspurt“ der CE-Kennzeichnung.

Das Gründerzentrum ist eine Mittelstandsschmiede

Hereinspaziert: Die Geschäftsführerin des Neu-Ulmer Gründerzentrums Ulrike Hudelmaier (rechts) und Prokuristin Arina Ingendorf bereiten Unternehmern, die ganz am Anfang stehen, den Weg in die Selbstständigkeit.
Bild: Andreas Brücken

VON RONALD HINZPETER,
Augsburger Allgemeine vom 26.08.2019

Gefährlich ist der Streamingdienst Netflix nicht unbedingt, doch wer alleine zuhause arbeitet, könnte durchaus von Zeit zu Zeit den Verlockungen des Angebots erliegen, statt etwas zu schaffen. Tobias Armiri sagt deshalb ein wenig scherzhaft: „Wir haben hier nicht die Bedrohung durch Netflix.“ Mit „hier“ meint er das kleine Büro im Gründerzentrum der TFU GmbH, das in der Nähe des Neu-Ulmer Dietrich-Theaters seinen Sitz hat.

Tobias Armiri ist Mitbegründer der kleinen Beratungsfirma TF GmbH, die junge Firmen bei digitalen Themen wie der Unternehmenssteuerung und der Unternehmenskommunikation berät. Seit März ist die kleine GmbH im Gründerzentrum untergekommen – eine sehr gute Entscheidung, wie Armiri findet: „Es ist super. Wir bekommen hier mehr als erwartet“, schwärmt er, „ich bin wirklich sehr positiv überrascht.“ Dabei wusste er lange nicht, „dass es hier Räume für uns gibt“.

Die Oma und das Gründerzentrum der TFU

So geht es offenbar nicht wenigen angehenden Unternehmern, die ihre eigene Firma gründen wollen. Sie wissen nicht recht, an wen sie sich wenden können, der ihnen dabei helfen würde, ihren Wunsch nach Selbstständigkeit Wirklichkeit werden zu lassen. Und da kommen manchmal die Großeltern ins Spiel, die viel Zeit zum Zeitunglesen haben: „Wir bekommen auch mal zu hören: ,Meine Oma hat gesagt, geh’ doch mal hierhin’“, erzählt Ulrike Hudelmaier, Geschäftsführerin der TFU, „man sollte die Durchschlagskraft von Großeltern nicht unterschätzen.“ Die haben eben schon mal von der TFU gehört, die vor 35 Jahren als „Technologiefabrik Ulm“ an den Start gegangen ist, um frisch aus der Taufe gehobenen Unternehmen Räume und Beratung zur Verfügung zu stellen.

Startups sind in Neu-Ulm gut aufgehoben

Heute heißen solche hoffnungsvollen Gründungen „Startups“ und dementsprechend firmiert die TFU nun als das Startup- und Innovationszentrum der Region Ulm/Neu-Ulm. Seit Ende 1997 hat es seinen Sitz auf dem ehemaligen Wiley-Kasernengelände in Neu-Ulm. Nichts außer der nüchternen Architektur erinnert noch daran, dass es sich bei dem Gebäude um eine ehemalige Kaserne handelt, selbst die Gewehrnischen, in denen einst das Schießgerät stand, dienen heute als Ablage für Prospekte oder als Rahmen für Kunst.

Die TFU verteilt sich mittlerweile auf drei Standorte. Neben dem Gründerzentrum auf bayerischer Seite sind das noch das Innovationszentrum im Science Park II auf dem Oberen Eselsberg und das Biotechnologie-Zentrum in der Ulmer Weststadt. Auf insgesamt 10000 Quadratmetern haben sich 84 Firmen etabliert, die eine ausgesprochen breite Spannweite an Geschäftsfeldern abdecken. Die reicht von der erwähnten Biotechnologie, über zahlreiche IT-Firmen, Unternehmensberater, Planungsbüros bis hin zur Sicherheitstechnik und einem Labor für Drogentests.

In den dreieinhalb Jahrzehnten ihres Bestehens hat die TFU rund 300 Unternehmen begleitet, wovon sich die allermeisten tatsächlich halten konnten. Nach den Worten von Ulrike Hudelmaier waren über 90 Prozent der Gründungen erfolgreich, das heißt, sie haben sich mindestens fünf Jahre lang am Markt behaupten können. Das sei eine „extrem bemerkenswerte Zahl“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Seelentröster für junge Startup-Unternehmer

Wer seine ersten Gehversuche hinaus in die freie Wildbahn der Selbstständigkeit wagen will, kann sich für maximal acht Jahre in der TFU einmieten und erhält dafür Räume und vor allem Beratung und Betreuung, denn allein gewerbliche Flächen zu finden sei nicht das Problem, sagt Ulrike Hudelmaier. Viele fühlten sich dort aber allein gelassen und müssten erst die elementaren Dinge des Unternehmertums lernen. „Da geht es dann etwa darum, wie sich ein Vertrieb aufziehen lässt, wie man eine Rechnung schreibt, wann man einen Rechtsanwalt braucht oder wie man mit dem Finanzamt umgeht.“

Und nicht immer geht es nur um hartes Business. „Manchmal ist man auch ein bisschen Seelentröster“, sagt die TFU-Prokuristin Arina Ingendorf. Wenn’s mal eben nicht so richtig läuft. Und am Wochenende kann es ebenfalls sein, dass das Handy der TFU-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klingelt, weil bei einem der jungen Unternehmen plötzlich ein Problem aufgetaucht ist. Wobei das Wort „jung“ nicht unbedingt das biologische Alter der Gründer meint, denn die sind im Durchschnitt um die 40 Jahre alt. Der älteste Mieter der TFU hat bereits die 70 überschritten.

Co-Working-Spaces gab es hier schon immer

Zu den wirtschaftlichen Modethemen gehört derzeit der „Co-Working-Space“, der sich bei jungen Kreativen vor allem in den Metropolen großer Beliebtheit erfreut. Früher hieß das „Büro auf Zeit“ und findet sich von Anfang an in der TFU. Dieses „Spaces“ sind nichts anderes als Schreibtische, die samt notwendiger Kommunikations-Infrastruktur vermietet werden. Vor allem Selbstständige, die nicht zuhause arbeiten wollen, nutzen das Angebot, etwa weil sie dort tagsüber unter Einsamkeit leiden oder sie der Korb mit der ungebügelten Wäsche „anklagt“. Und dann ist da ja auch noch die Netflix-Gefahr.

Wer sich in der TFU einmietet, der sucht auch den Austausch mit anderen Unternehmern. Den gibt es reichlich. Dafür spricht schon mal die Atmosphäre, die Arina Ingendorf mit „ein bisschen kreativ-chaotisch“ beschreibt. Allerdings rechnet niemand damit, dass Neu-Ulm einmal „das neue Google stellt“, wie es Ulrike Hudelmaier formuliert. Die TFU produziert vor allem „lauter solide Mittelständler“. Somit ließe sich das Gründerzentrum getrost als „Mittelstandsschmiede“ bezeichnen. Übrigens: Die Nachfrage ist nach wie vor hoch. Die Zahl der Interessenten übersteigt das vorhandene Platzangebot.

Quelle: https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Das-Gruenderzentrum-ist-eine-Mittelstandsschmiede-id55258076.html

Meetup des IN Ulm – für alle kostenlos!

„Agilität abseits der IT mit der Disney Methode ergründen“

Montag 01. Juli 2019 – 18:00 – 20:00 Uhr

Gründerzentrum der TFU, Marlene-Dietrich-Strasse 5, 89231 Neu-Ulm

Agilität in der IT funktioniert! Aber funktioniert sie auch ausserhalb der IT und jenseits von SCRUM & Co? Wir werden mit der Walt-Disney-Methode kreativ Ideen und Antworten entwickeln. Durch den Abend führen Friedhelm Weischede und Ian Hofmann.

Es stehen gekühlte Getränke bereit. Für die Planung bitten wir um Anmeldung per Email, Meetup oder Xing:

Anmeldung per Email: Thomas.Wagner@in-ulm.de
Meetup: http://bit.ly/agile-disney-meetup
Xing: http://bit.ly/agile-disney-xing

Einladung zur UNICORN ODER TRANSFORMER IN BADEN-WÜRTTEMBERG am 8. Juli 2019 in den Wagenhallen, Stuttgart

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie herzlich ein zur Veranstaltung

UNICORN ODER TRANSFORMER IN BADEN-WÜRTTEMBERG:
MARKTERFOLG MIT INNOVATIONSFÖRDERUNG

  1. Juli 2019 in den Wagenhallen, Stuttgart

Unternehmerinnen und Unternehmer erhalten mit dem neuen Europäischen Innovationsrat (EIC) ganz neue Möglichkeiten, um ihre disruptiven Ideen zur Marktreife bringen zu können.

Gleich zu Beginn der Pilotphase der neuen EU-Innovationsförderung informieren wir über die neuen Förderinstrumente Pathfinder und Accelerator. Darüber hinaus werden verschiedene Innovationsförderungen und Finanzierungsmöglichkeiten von Land, Bund und privaten Kapitalgebern vorgestellt – von Start-up BW Pre-Seed über ZIM, der geplanten Agentur für Sprunginnovationen, bis hin zu Venture Capital und den Angeboten der L-Bank, der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft BW und der Börse Stuttgart. Erfahren Sie, wie Sie Ihre disruptiven Innovationen mit einem Business Angel voranbringen können.

Über den Tag haben Sie immer wieder die Gelegenheit, Ihre persönlichen Fragen zu stellen, sei es im Campfire oder auch bei einer persönlichen Kurzberatung.

Das Programm finden Sie online unter: www.wirtschaft-digital-bw.de

Freuen Sie sich auf Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg und Dr. Ingmar Hoerr, Gründer des Unicorns CureVac AG, der vom langen Weg bis zum Durchbruch seiner Idee berichtet. Jean-David Malo, Director of Open Innovation and Open Science der Europäischen Kommission, stellt den Europäischen Innovationsrat als neue Chance für Innovatoren vor. Erfahren Sie beim Vortrag von Christian Luft, Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, mehr über die geplante Agentur für Sprunginnovationen (angefragt). Sprechen Sie mit privaten Kapitalgebern und mit dem Unternehmer und Business Angel Mike Flache. Die Veranstaltung wird moderiert von Céline Flores Willers.

Seien Sie dabei und informieren Sie sich über Ihre Chancen durch Innovationsförderung und Finanzierungsmöglichkeiten! Gerne können Sie diese Einladung an Ihr Netzwerk oder Interessierte weiterleiten.

Zur Anmeldung der Veranstaltung kommen Sie hier.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Mit freundlichen Grüßen

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und Steinbeis 2i GmbH

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Enterprise Europe Networks statt.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an:

Hanna Schäfer, Ariadne Dimakou-Bertels oder Isabell Kraft

Steinbeis 2i GmbH
Kienestraße 35
70174 Stuttgart

E-Mail: events@steinbeis-europa.de
Tel: +49 711 123 40-35
Fax: +49 711 123 40-11
https://www.steinbeis-europa.de
https://www.steinbeis2i.de

Der Verein Internet Ulm/Neu-Ulm e.V. lädt ein!

Internet Ulm/Neu-Ulm ist am Donnerstag 23.05. um 18:30 Uhr der Gastgeber für das:

  • * 4. Meetup: Agilität abseits der IT mit der Disney Methode ergründen * *
  • Location: Raum 107 (GTZ)

Agilität und SCRUM sind aus der IT nicht mehr wegzudenken.
Aber wie kann Agilität ausserhalb der IT funktionieren?
Dieser Fragestellung werden wir mit der Disney-Methode auf den Grund gehen.

Christian Hofmann und Friedhelm Weischede haben die „Disney-Methode“ für Kreativität für uns vorbereitet. Das wird spannend!

Agenda:
18:30 Kurze Kennenlernrunde
18:45 Thema des Abends: „Agilität abseits der IT“ (Disney Methode)
ca. 20:30 Ende der Veranstaltung und Open End für den Austausch der Teilgeber.

Alle TFU Mieter und Freunde sind herzlich eingeladen!

Zum Event:
https://www.meetup.com/de-DE/Agilitat-und-Future-Work-Ulm/events/261018505

Die Walt-Disney-Methode:
https://de.wikipedia.org/wiki/Walt-Disney-Methode

Getränke stehen für kleines Geld zur Verfügung.

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Thomas Wagner
Internet Ulm/Neu-Ulm e.V.

Vorhang auf: Startup-Premiere!

In der TFU-Startup-Lounge hebt sich bald der Vorhang…. und es wird SPANNEND!!!

1.Akt: Freitag, 17.05.2019 ab 16 Uhr bis 22 Uhr
„extraschicht“
Neu-Ulmer Unternehmen öffnen ihre Türen
Veranstaltungsort: GTZ

  • hinter den Vorhang gucken: die Startup-Welt
  • Pizza & Mate-Tee
  • kostenloser Shuttlebus
  • Pitching stündlich ab 16.30

2. Akt: Donnerstag, 23.05.2019 ab 17 Uhr
innolution night, die startup und innovation night in ganz Ulm und Neu-Ulm

In der TFU (GTZ):

  • Pre-Seed-Infos
  • was meinen Investoren?
  • unsere Startups im Gespräch
    (ab 22 Uhr die Afterwork-Party mit großem Pitching)

3. Akt: jeden Tag die Bretter, die die Welt bedeuten für Ihr Business und Dein Startup – loungen und vernetzen, Pläne schmieden und Team befragen.

Demnächst in diesem Theater: Startup-Lounge des GründerZentrums in Neu-Ulm, Marlene-Dietrich-Straße 5.

Wir freuen uns auf die Premiere(n) und haben schon richtig Lampenfieber!

Bis bald

Euer&Ihr TFU-Team

Einladung zur DA-SPACE Abschlusskonferenz am 15. Mai 2019

Einladung DA-SPACE Abschlusskonferenz

Hochschule für Gestaltung Ulm

Was steckt hinter Open Innovation und Co-Creation? Wie entwickeln interdisziplinäre Teams innovative Ideen? Wie bleiben Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig? Wie kann die Politik diese Themen fördern?

Am 15. Mai 2019 werden diese Fragen beantwortet: Zum Abschluss des Donauraumprojektes DA-SPACE bietet dieInnovation Conference interessante Vorträge und offene Diskussionen rund um das Thema Open Innovation und Entrepreneurship. Herr Oberbürgermeister Gunter Czisch führt in die Veranstaltung ein. Anschließend zeigt die Online-Enthusiastin und Vollblut-Entrepreneurin Andera Gadeib in ihrer Keynote, wie Co-Creation unsere Zukunft gestaltet und die Art und Weise, wie man mit intelligenten nachhaltigen Lösungen arbeitet und die Zusammenarbeit verbessert.

Insgesamt wurden im Rahmen des Projektes DA-SPACE sieben offene Innovationslabore im Donauraum eröffnet, diese bieten Unternehmen einen einfachen und unkomplizierten Weg Open Innovation für sich auszutesten und die Vorteile kennenzulernen. Kathrin Günther von der Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG wird in ihrem Vortag „Digital Innovation meets Tradition” berichten, wie Open Innovation bei Uhlmann genutzt wird.

Die Ergebnisse aus den Innovationslaboren, der Austausch von Erfahrungen von Wirtschaft, Wissenschaft und Studierenden und ein Austausch mit Politikvertretern bieten zudem weitere vielfältige Möglichkeiten sich über Open Innovation zu informieren und neue Erkenntnisse mitzunehmen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Sollten Sie noch Fragen haben, dann sprechen Sie uns gerne an.

Registrierung kostenlos unter: https://veranstaltung-stadt.ulm.de/daspace/

Termin: Mittwoch, 15. Mai 2019

Veranstaltungsort: Hochschule für Gestaltung, Am Hochsträß 10, 89081 Ulm

Kontakt: Sabrina Richter (s.richter@ulm.de / +49 7311611041)

Zita Chocano (z.chocano@ulm.de / +49 7311611054)

Mit HKK Bionics kann die Hand wieder greifen

Ein Spin-off der Ulmer Hochschule will Menschen, deren Hände unfall- oder krankheitsbedingt gelähmt sind, mit einem neuartigen orthopädischen Hilfsmittel einen Teil ihrer Greiffähigkeit zurückgeben. Den Prototypen dieser individualisierbaren Handorthese entwickeln Dominik Hepp und Tobias Knobloch zur Serienreife hin. Dieses Jahr wollen die beiden Ulmer Medizintechniker mit ihrer 2017 gegründeten HKK Bionics GmbH die finalen Tests starten, ehe das patentierte Medizinprodukt „exomotion® hand one“ nach seiner Zulassung eine Versorgungslücke auf dem Markt schließen soll.


Die beiden Gründer und Geschäftsführer Dominik Hepp (links) und Tobias Knobloch. © HKK Bionics GmbH

Intelligente Steuerung über Muskelsignale

Bisherige Ansätze, so die Gründer, beschränken sich auf eine kurzfristige Nutzung im Rahmen der Therapie und seien kaum alltagstauglich.

Entwickelt wurde das akkugetriebene Medizinprodukt für volljährige Personen mit distalen Lähmungen an der Hand, die von Schlaganfällen oder Nervenverletzungen herrühren. Für vollständig halbseitige Lähmungen eignet sich die Orthese nicht. Denn sie arbeitet mit Sensoren, die auf noch intakten Muskeln der entsprechenden Körperhälfte sitzen, zusammen mit intelligenter Software die Bewegungsabsicht des Trägers erkennen und mithilfe winziger Antriebe seine Hand verstärken. Die Mikroantriebe leiten gezielt Kraft in die Betätigungsmechaniken ein, welche die Finger öffnen, schließen und ihnen so die notwendige Griffkraft bereitstellen.

Die Handorthese besteht aus einer tragenden Armschiene, dem Antriebspaket, einer modular anpassbaren Finger-Exomechanik, einem Silikonhandschuh, einem Sensor und der Bedieneinheit. Damit lässt sich der Bewegungsumfang der Finger individuell steuern, das heißt, die Orthese kann anatomische Besonderheiten berücksichtigen, z. B. bei eingeschränkter Fingergelenksbeweglichkeit nach längerer Lähmung; auch unabhängig voneinander lassen sich einzelne oder mehrere Finger beugen und strecken.

Exomechanik statt Reizstrom

Anders als herkömmliche Modelle kommt die Orthese ohne Reizstromimpulse aus, was für eine nicht zwangsweise gefühllose, weil gelähmte Hand vorteilhaft ist. Die Ulmer Neuentwicklung arbeitet über ein exomechanisches Prinzip, bei dem die Finger in dem Handschuh mechanisch bewegt werden. Es ist also der Handschuh, der über der gelähmten Hand getragen und von Sensor und Steuerungslogik aktiviert wird.

Sechs verschiedene Griffarten kann die Handorthese durchführen, darunter die geschlossene Faust, der sogenannte Scheckkartengriff, bei dem sich nur der Daumen bewegt, oder der Dreifingergriff. Damit soll die gelähmte Hand wieder Aufgaben des alltäglichen Lebens durchführen können, sei es, eine Flasche zu halten, um sie mit der anderen Hand zu öffnen, oder das beidseitige Tragen eines Wäschekorbs ermöglichen. Das Touchdisplay mit der Steuereinheit, in der Energie und Logik der Orthese untergebracht sind, lässt sich an der Kleidung befestigen und zur besseren Bedienung aufklappen. Nach Gebrauch am Ende des Tages muss der Akku wieder aufgeladen werden.

Die Orthese unterscheidet zwischen einer kurzen und langen Muskelkontraktion. Damit lassen sich Steuerungsbefehle wie „Öffnen“, „Schließen“ oder „Griffwechsel“ erzeugen. Das erhöht den Bedienkomfort, weil sich damit ohne das Touchdisplay die Hand öffnen und schließen sowie zwischen zwei Griffen hin- und herspringen lässt. Die Steuerungstechnik ist den Funktionsweisen der Handprothetik entlehnt. Denn die Schnittstelle Mensch-Maschine erlaubt in technologischer Hinsicht noch keine Live-Simultanansteuerung aller Finger, erläutert Ingenieur Dominik Hepp.

Handwerkskunst und industrielle Fertigung

Die spezielle Exomechanik und die tragende Armschiene, wie sie in der Ulmer Handorthese eingesetzt werden, sind nur mit 3D-Scan und 3D-Druck machbar. Das hat den Vorteil, dass sich die Reproduzierbarkeit und Genauigkeit industrieller Fertigungsmethoden mit der traditionellen Handwerkskunst der Orthopädietechnik vereinen lässt.

Ein individualisiertes medizinisches Hilfsmittel wie die bionische Handorthese wird modulartig zusammengebaut. In Sanitätshäusern mit angeschlossenen orthopädietechnischen Werkstätten erstellt der Orthopädietechniker nach einem Gipsabdruck (von Hand und Unterarm) den Handschuh, der mit unterschiedlich vielen dieser biokompatiblen Exomechanik-Teile versehen wird. Anschließend wird ein 3D-Scan erstellt, auf dessen Datengrundlage die Schiene bei einem professionellen 3D- Dienstleister gedruckt wird. Zusammengebaut wird die Handorthese in den Sanitätshäusern, die über die technische Expertise verfügen.

Vertrieben werden soll das Medizinprodukt zunächst in der DACH-Region über ausgewählte Sanitätshäuser. Ein tragfähiges und engmaschiges Netzwerk mit Ärzten, Therapeuten, Sanitätshäusern und Patienten wurde inzwischen geknüpft. Im Laufe des Jahres sollen die Gebrauchstauglichkeit und Funktionsfähigkeit des Medizinproduktes in Zusammenarbeit mit den Patienten nachgewiesen werden. Ärzte und Kliniken haben bereits Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Ulmern signalisiert.


Der Prototyp exomotion®, dessen modulares Bauprinzip gut ersichtlich ist. © HKK Bionics GmbH

Ein Hilfsmittel für den Alltag

Die Handorthese soll dem Menschen mit seiner Einschränkung helfen, sich im besten Fall wieder in das Alltags- und Berufsleben einzugliedern. Das setzt voraus, dass die Handorthese als Alltagshilfsmittel den ganzen Tag getragen wird. Das nachzuweisen, ist für die Kostenerstattung der Versicherer wichtig, wissen die Jungunternehmer.

Die Anfänge des Unternehmens reichen bis ins Jahr 2011 zurück. Da verfolgt der Student Dominik Hepp im Rahmen eines Bachelor-Projektes an der Hochschule Ulm die Idee einer Handprothese. Das Projekt wird größer, wirft Stoff für weitere Abschlussarbeiten ab, auch für Tobias Knobloch. Die Gründungswilligen haben inzwischen für Handorthesen einen besseren, weil relativ freien Markt entdeckt. Nach Studium und mithilfe eines EXIST-Gründerstipendiums ab 2015 wird die Prothesen- zur Orthesentechnologie transferiert, der Prototyp gebaut, der Geschäftsplan entwickelt und dessen Funktionstauglichkeit nachgewiesen.

Inzwischen tritt das junge, um eine betriebswirtschaftliche Fachkraft angewachsene Unternehmen, das von mehreren Beteiligungsgesellschaften getragen wird, vermehrt an die Öffentlichkeit und hat dort gleich reüssiert. Zuletzt 2018 beim renommierten Technologieverband VDE, wo HKK Bionics als eines von zwei innovativen Gründerteams für eine elektrische und digitale Zukunft ausgezeichnet wurde. Die Ulmer Sieger freuen sich jetzt auf eine einwöchige Reise ins Technologie-Mekka Silicon Valley. Anregungen für erfolgreiche Geschäftsmodelle werden die Jungunternehmer von dort sicherlich mit in die Münsterstadt mitbringen.

Quelle:
https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/aktuell/mit-hkk-bionics-kann-die-hand-wieder-greifen/

Extraschicht: Neu-Ulmer Unternehmen öffnen ihre Türen

25 Neu-Ulmer Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen gewähren einen Blick hinter ihre Kulissen. Die Besucher werden Teile der Firmen zu sehen bekommen, die sonst für die Augen der Öffentlichkeit verschlossen bleiben. Es gibt ein spannendes Programm mit Ausstellungen, Vorführungen, Führungen und Mitmachaktionen. Mit einem kostenlosen Shuttlebus erreichen die Besucher alle Betriebe bequem und kostenlos. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Veranstaltungstermin:
Freitag, 17. Mai 2019

Uhrzeit:
16.00 bis 22.00 Uhr

Ausführliches Programm:
Das Programmheft mit allen Programmpunkten können Sie online lesen oder als PDF-Datei herunterladen.
Online: Extraschicht-Programmheft online durchblättern  
PDF-Datei: Programmflyer Extraschicht (PDF, 5.5 MB)

Kostenloser Eintritt: Die Extraschicht ist für Gäste kostenlos. Die teilnehmenden Firmen und Betriebe erheben keine Eintrittsgelder.

Infopoints: An allen Standorten gibt es im Eingangsbereich Infopoints. Diese sind mit „Extraschicht“ gekennzeichnet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firmen erteilen hier Auskunft über das Programm des jeweiligen Betriebs. Darüber hinaus werden auch Mitarbeiter vor Ort sein, die über das Gesamtprogramm informieren.

Führungen: Einige Unternehmen bieten Führungen an. Diese finden zu bestimmten Zeiten statt, die noch bekannt gegeben werden. In der Regel ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Die Anmeldungen finden bei den Unternehmen vor Ort statt.

Speis und Trank: Einige Unternehmen bieten Speisen und Getränke an. Dieses Angebot ist nicht kostenfrei.

Kostenlose Shuttlebusse:
Shuttlebusse bringen die Gäste kostenlos von Betrieb zu Betrieb. Die privaten Busunternehmen Gairing, Baur, Braunmiller, Probst, NeuBus und Oster schließen sich zusammen und bieten zusammen mit der Stadt Neu-Ulm einen kostenlosen Shuttleservice für alle Besucherinnen und Besucher an.
Die Haltestellen werden im 8-Minuten-Takt bedient. Mit 12 Bussen in den drei Shuttlelinien Extraschicht 1, 2 und 3, die an besonders markierten Rendezvouspunkten miteinander verknüpft sind, können Sie schnell und bequem innerhalb und zwischen den Gewerbegebieten pendeln. Die Busse sind im Display entsprechend ausgezeichnet. Nutzen Sie dieses komfortable Angebot.

Parkmöglichkeiten:
Sammelparkplätze mit guten Zustiegsmöglichkeiten zu den einzelnen Linien sind der Parkplatz an der Ratiopharm Arena, der Parkplatz der Hochschule Neu-Ulm, das Parkhaus von Möbel Mahler, die Mitarbeiterparkplätze EvoBus und das Parkhaus der Glacis-Galerie (kostenpflichtig).
Darüber hinaus gibt es auch Parkmöglichkeiten in den Gewerbegebieten und bei den teilnehmenden Unternehmen im Rahmen der örtlichen Verfügbarkeit.

Mehr Infos unter: www.wir-leben-neu.de/extraschicht

oder: https://www.facebook.com/events/395116724558102/